geo.wikisort.org - Fluss

Search / Calendar

Die Thur ist ein linker Zufluss des Rheins. Sie hat von der Quelle der Säntisthur bis zur Einmündung in den Rhein eine Gesamtlänge von 134,6 km und ist damit nach dem Rhein der zweitlängste Fluss der Ostschweiz. Davon liegen 72 km im Kanton St. Gallen, 45 km im Kanton Thurgau[8] und 22 km im Kanton Zürich. Ihr Einzugsgebiet hat eine Fläche von rund 1760 km².

Thur
Oberlaufname: Säntisthur
Verlauf der Thur
Verlauf der Thur

Verlauf der Thur

Daten
Gewässerkennzahl CH: 285
Lage Appenzeller Alpen

Schweizer Mittelland


Schweiz

Flusssystem Rhein
Abfluss über Rhein → Nordsee
Quelle am Chalbersäntis
47° 14′ 28″ N,  20′ 46″ O
Quellhöhe ca. 2035 m ü. M.[1]
Mündung bei Flaach in den Rhein
47° 35′ 39″ N,  35′ 23″ O
Mündungshöhe 345 m ü. M.[2]
Höhenunterschied ca. 1690 m
Sohlgefälle ca. 13 
Länge 135 km[3]
Einzugsgebiet 1.759,58 km²[4]
Abfluss am Pegel Jonschwil, Mühlau[5]
AEo: 493 km²
NNQ (1991)
MNQ 1966–2016
MQ 1966–2016
Mq 1966–2016
MHQ 1966–2016
HHQ (2006)
1,03 m³/s
13,2 m³/s
20,7 m³/s
42 l/(s km²)
29,5 m³/s
583 m³/s
Abfluss am Pegel Halden[6]
AEo: 1085 km²
NNQ (2003)
MNQ 1978–2016
MQ 1978–2016
Mq 1978–2016
MHQ 1978–2016
HHQ (1978)
3,02 m³/s
25 m³/s
38,3 m³/s
35,3 l/(s km²)
52,3 m³/s
1174 m³/s
Abfluss am Pegel Andelfingen[7]
AEo: 1702 km²
NNQ (1947)
MNQ 1904–2016
MQ 1904–2016
Mq 1904–2016
MHQ 1904–2016
HHQ (1999)
2,24 m³/s
23,3 m³/s
46,9 m³/s
27,6 l/(s km²)
76,4 m³/s
1129 m³/s
Linke Nebenflüsse Murg
Rechte Nebenflüsse Necker, Uze, Glatt, Sitter
Kleinstädte Lichtensteig, Uzwil, Bischofszell, Weinfelden, Frauenfeld
Gemeinden Kanton St. Gallen: Wildhaus-Alt St. Johann, Nesslau, Ebnat-Kappel, Wattwil, Lichtensteig, Bütschwil-Ganterschwil, Lütisburg, Kirchberg SG, Jonschwil, Uzwil, Zuzwil SG, Oberbüren, Niederbüren
Kanton Thurgau: Bischofszell, Hohentannen, Kradolf-Schönenberg, Bürglen TG, Weinfelden, Bussnang, Amlikon-Bissegg, Wigoltingen, Müllheim TG, Hüttlingen TG, Pfyn, Felben-Wellhausen, Warth-Weiningen, Frauenfeld, Uesslingen-Buch, Neunforn
Kanton Zürich: Altikon, Ossingen, Thalheim an der Thur, Adlikon bei Andelfingen, Kleinandelfingen, Andelfingen ZH, Flaach
Die Thur bei Stein SG
Die Thur bei Stein SG

Die Thur bei Stein SG

Thur (Rhein) (Schweiz)
Thur (Rhein) (Schweiz)
Quelle
Mündung
Quelle und Mündung der Thur (siehe Verlauf hier).

Name


Der Name ist erstmals belegt im Jahr 886, als Dura. Im 13. Jahrhundert erscheint die Schreibung Turia, im 14. Jahrhundert Thûr, Tûr. Der Name wurde als alteuropäisches Hydronym gedeutet, von einem *durâ oder *duriâ "Flusslauf" von der indogermanischen Wurzel *dhu "laufen, eilen". Die Länge des Vokals û ist sekundär und stammt aus dem Mittelhochdeutschen.[9]

Nach dem Gewässer war das Turgowe benannt, ein pagus im Herzogtum Alemannien. Die erste Nennung des pagus ist noch etwas älter als die früheste direkte Nennung des Gewässers, erwähnt als in pago Durgaugense um das Jahr 745. Davon leitet sich auch der Name der späteren Grafschaft Thurgau ab und daraus des Kantons Thurgau.


Geographie



Verlauf



Überblick

Die Quelle der Säntisthur liegt am Chalbersäntis oberhalb von Unterwasser im Toggenburg. Nach zwei Wasserfällen, den Thurfällen im bewaldeten Chämmerlitobel, vereinigt sich die Säntisthur bei Unterwasser mit der Wildhauser Thur und fliesst als Thur durch das Toggenburg (siehe Karte: Map).

Bei Lütisburg mündet der Necker in die Thur. Ab Wil SG fliesst die Thur nach Osten. Bei Oberbüren, wo die Glatt in die Thur mündet, verlässt sie die Region Toggenburg und fliesst in nordöstlicher Richtung weiter in den Kanton Thurgau. In Bischofszell mündet die Sitter in die Thur, die fortan nordwestlich weiter fliesst. Bei Frauenfeld mündet die Murg in die Thur. In der Nähe von Flaach und Ellikon am Rhein erreicht die Thur den Rhein.

Vor Kradolf verläuft die Thur in einem Felsbett, danach besteht das Flussbett aus Geschiebe des Flusses und glazialen Ablagerungen des Säntisgletschers.


Flussabschnitte

Thurquelle–Wattwil

Die Quelle der Thur ist in Trosen. Dann fliesst sie durch Unterwasser, wo die Wildhauser Thur einmündet, nach Alt St. Johann und von dort nach Starkenbach, wo der Neuenalpbach und der Leistbach einmündet. In Müli bei Stein mündet die Wissthur ein, nachdem der Chlusbach in Fähnrichs zugeflossen ist. Im Zentrum von Nesslau fliesst die Luteren in die Thur, bevor ein Dorf weiter, in Krummenau der Lütisbach zufliesst. In Ebnat-Kappel münden Steintaler Bach, Stelzbach und kurz danach der Mettlenbach ein, und beim Rickenpass kurz vor Wattwil kommt der Rickenbach hinzu, danach der Feldbach.

Wattwil–Schwarzenbach

In Krinau nach Lichtensteig kommt dann der Krinaubach hinzu. Etwas später, im Zentrum von Dietfurt (Gemeinde Bütschwil-Ganterschwil) fliesst der Taabach ein. Kurz danach mündet der Tobelackerbach in die Thur. Ohne grosse weitere Mündungen geht es bis nach Lütisburg, wo der Necker zufliesst.

Schwarzenbach–Weinfelden

Ohne grosse Zuflüsse, dafür mit einer grossen Kurve geht es über Schwarzenbach bei Wil nach Niederuzwil, wo die Uze einmündet. Gleich darauf in Oberbüren mündet die Glatt. In Bischofszell macht das Flussbett fast eine Kehrtwendung, währenddem die Sitter zufliesst. In der Nähe von Bürglen mündet der Rütibach ein.

Weinfelden–Rheinmündung

Kurz vor Amlikon-Bissegg fliesst linksseitig der Furtbach und bei Amlikon-Bissegg rechtsseitig der Giessen ein. Danach geht es nach Pfyn, wo der Binnenkanal mit dem Wasser des Chemebach, Aspibach, Beerebach und dem Dorfbach zufliesst. Kurz vor Frauenfeld wird das Seebachtal durch den Seebach in die Thur entwässert. Wenn man dann schliesslich in Frauenfeld ankommt, fliesst die Murg in die Thur. Bei Thalheim fliesst der linke Thur-Binnenkanal mit dem Tägelbach und dem Ellikerbach zu. Danach fliesst sie durch Andelfingen. Der Mederbach fliesst rechtsseitig zu, kurz nachdem die Thur an Alten vorbeigeflossen ist und wenig später in den Hochrhein mündet. Auf den letzten Kilometern vor der Einmündung in den Rhein liegt das Naturschutzgebiet der Thurauen.


Einzugsgebiet


Das Einzugsgebiet der Thur ist 1759,58 km² gross und besteht zu 29,1 % aus bestockter Fläche, zu 58,6 % aus Landwirtschaftsfläche und zu 9,4 % aus Siedlungsfläche.

Die Mittlere Höhe des Einzugsgebietes beträgt 755 m ü. M., die Minimale Höhe liegt bei 343 m ü. M. und die Maximale Höhe bei 2501 m ü. M.[10]


Zuflüsse



Hochwasser


Der Lauf der Thur wird durch keinen See ausgeglichen. Von der Quelle bis zur Mündung in den Rhein bleibt sie deshalb ein Wildbach, der dazu neigt, bei entsprechender Witterung sehr schnell Hochwasser zu führen.


Messstelle Andelfingen


Das mittlere Jahreshochwasser der Thur beträgt 588,52 m³/s. Die höchste Jahresspitze wurde 1999 gemessen und erreichte 1130 m³/s.[11]

Die Tabelle der Hochwasser-Wahrscheinlichkeiten für die Thur an der letzten Messstelle vor dem Zusammenfluss mit dem Rhein.

Eintrittswahrscheinlichkeit von Jahreshochwasserwerten (HQn)
Messperiode 1904–2012 [12]
Messstelle: Thur – Andelfingen – 2044
Jährlichkeit (Jahre) 2 5 20 30 50 100
Abfluss (m³/s) 572 727 819 943 996 1065
Anmerkung zu HQn: die Zahl entspricht dem Hochwasserdurchfluss (HQ = Hochwasserquantität) in m³/s, der sich – im Mittel – mit der angegebenen Jährlichkeit (n = Anzahl der Jahre) wiederholt.

Weitere Messstellen


Das BAFU-Messstellennetz erfasst für die Thur folgende zusätzliche Messstellen:


Fischsterben


Seit 2015 kam es unterhalb von Bütschwil jeden Sommer zu einem Fischsterben, bei dem jeweils 80 bis 90 Prozent der Jungfisch-Population der Bachforellen starben.[15] 2019 wiesen sämtliche toten Tiere Entzündungen an Leber und Herz auf, und starben letztlich an Herzversagen. Die Ursache dafür konnte bis heute nicht gefunden werden.[16]


Wirtschaft und Verkehr



Kraftwerke



Brücken


Breitenau Brücke über die Thur, Stein SG
Breitenau Brücke über die Thur, Stein SG

Auf ihrem Weg wird die Thur von über 100 Brücken überspannt, die bedeutendsten sind dabei die gedeckten Holzbrücken bei Lütisburg, Eschikofen und Andelfingen, die spätmittelalterliche Steinbrücke Bischofszell, die Eisenbahnbrücken in Ossingen und Andelfingen sowie die beiden Weinland Strassenbrücken bei Andelfingen.


Thurweg


Der Thurweg (regionale Wanderroute Nr. 24 von Wanderland Schweiz) ist ein 160 Kilometer langer Wanderweg und führt entlang der Ufer der Thur von Wildhaus nach Rüdlingen.[17]


Bilder



Literatur




Commons: Thur – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise


  1. Geoinformationssystem des Kantons St. Gallen Gewässernetz 1:10'000
  2. Geoserver der Schweizer Bundesverwaltung (Hinweise)
  3. Auswertungen zum Gewässernetz. (XLSX) BAFU, Dezember 2013, abgerufen am 9. August 2017 (Auflistung Fliessgewässer der Schweiz >30km).
  4. Topographische Einzugsgebiete der Schweizer Gewässer: Teileinzugsgebiete 2 km². Abgerufen am 22. Juli 2018.
  5. Thur – Jonschwil, Mühlau. (PDF) In: Bundesamt für Umwelt. Abgerufen am 22. Juli 2018.
  6. Thur – Halden. (PDF) In: Bundesamt für Umwelt. Abgerufen am 22. Juli 2018.
  7. Thur – Andelfingen. (PDF) In: Bundesamt für Umwelt. Abgerufen am 22. Juli 2018.
  8. Die Thur: Einzugsgebiet. Portal Kanton Thurgau - Thur, abgerufen am 10. Juli 2021.
  9. ortsnamen.ch, Schmid, Gabrielle (2015), St. Galler Namenbuch: Die Orts- und Flurnamen des Obertoggenburgs.
  10. Topographische Einzugsgebiete der Schweizer Gewässer: Thur
  11. Hochwasserwahrscheinlichkeiten (Jahreshochwasser), Thur – Andelfingen. (PDF) Bundesamt für Umwelt BAFU, Abteilung Hydrologie, abgerufen am 29. Januar 2014.
  12. Messstelle: Thur – Andelfingen (2044) , auf BAFU Hydrodaten
  13. Messstelle: Thur – Halden (2181) , auf BAFU Hydrodaten
  14. Messstelle: Thur – Jonschwil,Mühlau (2303) , auf BAFU Hydrodaten
  15. Fischsterben in der Thur - Rätsel bleibt ungelöst. In: srf.ch. 18. Mai 2019, abgerufen am 20. Mai 2019.
  16. Lara Wüest: Fischsterben in der Thur bei Bütschwil bleibt womöglich ungelöst – Fischer sind ernüchtert. In: tagblatt.ch. 20. September 2019, abgerufen am 21. September 2019.
  17. Flyer „Thurweg / Wil-Wattwil-Wildhaus“; 'Kantonal st.gallische Wanderwege', Abtwil, 'Toggenburger Verkehrsverband' und 'Tourismusverband St. Gallerland', St. Gallen

На других языках


- [de] Thur (Rhein)

[en] Thur (Rhine)

Thur is a 131-kilometre-long (81 mi) river in north-eastern Switzerland. Its source is near the mountain Säntis in the south-east of the canton of St. Gallen. In this canton it flows through the Toggenburg region and the town Wil. After Wil it flows through the canton of Thurgau and its capital Frauenfeld. The final 19 kilometres (12 mi) of the Thur are in the canton of Zürich. It flows into the river Rhine on the border with Germany, south of Schaffhausen.

[it] Thur (Svizzera)

Il Thur è un fiume svizzero di 125 km.



Текст в блоке "Читать" взят с сайта "Википедия" и доступен по лицензии Creative Commons Attribution-ShareAlike; в отдельных случаях могут действовать дополнительные условия.

Другой контент может иметь иную лицензию. Перед использованием материалов сайта WikiSort.org внимательно изучите правила лицензирования конкретных элементов наполнения сайта.

2019-2024
WikiSort.org - проект по пересортировке и дополнению контента Википедии