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Die Aucklandinseln[1] oder amtlich Auckland Islands (māori: Motu Maha) sind eine Gruppe von subantarktischen Inseln, die seit 1863 zu Neuseeland gehören. Die gebirgige und unbewohnte Inselgruppe vulkanischen Ursprungs wurde 1998 von der UNESCO zum Weltnaturerbe erklärt.[2]

Aucklandinseln
NASA-Bild der Aucklandinseln
NASA-Bild der Aucklandinseln
NASA-Bild der Aucklandinseln
Gewässer Südpazifik
Geographische Lage 50° 44′ S, 166° 5′ O
Aucklandinseln (New Zealand Outlying Islands)
Aucklandinseln (New Zealand Outlying Islands)
Anzahl der Inseln 7
Hauptinsel Auckland Island
Gesamte Landfläche 568,16 km²
Einwohner unbewohnt
Topographische Karte
Topographische Karte
Topographische Karte

Geographie


Die Aucklandinseln, als Reste zweier ehemaligen Vulkane, liegen 465 km südsüdöstlich der Hafenstadt Bluff (Südinsel Neuseelands) zwischen 50° 26′ und 50° 56′ südlicher Breite sowie 165° 52′ und 166° 22′ östlicher Länge.

Die Inselgruppe, die eine zusammenhängende Gesamtfläche von 568,16 km² besitzt[3], besteht aus:

Die höchste Erhebung der Inselgruppe, der 705 m hohe Mount Dick, befindet sich auf Adams Island. Der westlichste Punkt der Inselgruppe, Cape Lovitt, stellt zugleich den westlichsten Punkt Neuseelands dar.[3]


Klima


Erste meteorologische Aufzeichnung von den Aucklandinseln wurde erst ab 1941 vorgenommen, als man auf den Inseln fünf Küstenwachstationen errichtete. Im März 1945 wurde die letzte Station allerdings wieder abgebaut. Danach wurden Messdaten von dem Seegebiet der Campbell Island genommen.[5]

Das Klima der Aucklandinseln ist von starken, fast immer währenden westlichen Winden geprägt. Die Regenfälle sind in der Regel mit 1000–1500 mm pa moderat, wobei es aber über 300 Tage im Jahr regnet.[5] Die Temperaturen liegen im Jahresmittel bei etwa 8 °C, im Sommer in der Regel bei 10–16 °C und im Winter unwesentlich unterschiedlich bei 4–10 °C.[6]


Geschichte



Erforschung


1998 wurden von Professor Atholl John Anderson auf Enderby Island Reste einer polynesischen Siedlung gefunden. Nach Untersuchungen mittels der Radiokarbonmethode geht man davon aus, dass die Inseln zwischen dem 12. und 13. Jahrhundert bewohnt gewesen waren. Der Fund stellt bis heute die südlichste aller Fundstellen polynesischer Siedlungen dar.[7]

Als Kapitän Abraham Bristow am 18. August 1806 mit seinem Walfangschiff Ocean die Inseln ansteuerte und für die Europäer entdeckte, waren sie unbewohnt. Er nannte die Inselgruppe Lord Auckland's zu Ehren seines Vaters Freund William Eden, 1. Baron Auckland. Enderby Island benannte er nach seinem Auftraggeber Samuel Enderby, Besitzer der auf Walfang spezialisierten britischen Firma Samuel Enderby & Sons. 1807 erhob Großbritannien Anspruch auf die Inselgruppe. Bald kamen Seehundfänger und errichteten auf den Inseln ihre Stationen, doch um 1812 waren die Bestände an Seehunden derart dezimiert, dass die Jäger ihre Siedlungen wieder aufgaben.

Im März 1840 besuchte der Forscher Jules Dumont d’Urville für neun Tage die Aucklandinseln. Im November 1840 folgte ihm James Clark Ross. Er ließ die Inseln gründlicher durchforschen. Die Botaniker David Lyall und Joseph Dalton Hooker sammelten über 80 Pflanzen für ihre Forschungsarbeiten.[7] Des Weiteren ließen sie Schafe, Kaninchen und Hühner zurück und pflanzten verschiedene Gemüsesorten und Gartenfrüchte zu Testzwecken an.

Im Oktober 1874 landeten deutsche Forscher in der Terror Cove in der Bucht von Port Ross. Ihre Expedition hatte zum Ziel, den Venustransit beobachten und erforschen zu können. Sie blieben sechs Monate. Während des Zweiten Weltkriegs wurden von 1941 bis 1945 die Aucklandinseln mit fünf Küstenwachstationen zur Überwachung der Seewege bestückt.


Versuch einer Besiedlung


1841 wurde der Versuch unternommen die Inseln zu besiedeln. Eine Gruppe von 150 Māori von den Chatham Islands siedelten auf den Inseln. Im Oktober 1842 kamen weitere 30 Māori, unter ihnen der Chief Matioro mit 30 Moriori-Sklaven.

Im Dezember 1849 versuchten 150 britische Siedler in der Bucht von Port Ross ihr Glück. Doch sie fanden das Land von rund 60 dort lebenden Māori und Moriori bereits weitgehend aufgeteilt. Im Januar 1850 gründeten sie ihre Siedlung Hardwicke, gaben aber nach nur zwei Jahren und neun Monaten wegen unwirtlichen Lebensbedingungen wieder auf. Initiator des Siedlungsvorhabens war seinerzeit der Brite Charles Enderby. Die letzten überlebenden 19 Māori und 11 Moriori gaben 1854 auf.[7] Obwohl die Aucklandinseln als unbewohnbar galten, schlug Großbritannien sie 1863 seiner Kolonie Neuseeland zu.


Schiffsunglücke


Die Aucklandinseln waren im 19. Jahrhundert bekannt für einige spektakuläre Schiffshavarien. Acht von ihnen sind bekannt. Da an der westlichen Seite der Auckland Island Basalt-Klippen bis zu 365 m aufragen und es im Mittel an 27 Tagen im Monat, bei Winden mit gewöhnlich mehr als 60 km/h, regnet, begaben sich Segelschiffe in größte Gefahr, wenn sie den Inseln zu nahe kamen.

Auf Grund der Abgelegenheit der Inseln und der Erfahrung von Überlebenden von Schiffsunglücken an den Aucklands wurden 1867 an drei Standorten, Erebus Cove, Saddle Hill und Musgrave's Hut im Carnley Harbour, Hütten mit Proviant für Überlebende eingerichtet.


Einrichtung von Meeresschutzzonen


1993 wurde das Auckland Islands Marine Mammal Sanctuary, ein 560.564 ha großes Seegebiet um die Aucklandinseln als Schutzzone für Meeressäugetiere eingerichtet. 2003 folgte die Einrichtung des Auckland Islands-Motu Maha Marine Reserve, einem 498.000 ha großen Meeresschutzgebiet. Damit erstrecken sich beide Schutzzonen rund 12 Seemeilen um die Inselgruppe herum.


Heute


Heute sind die Inseln noch immer unbewohnt, werden aber zeitweise von Wissenschaftlern und einer streng reglementierten Zahl von Touristen besucht.


Tierwelt


Neuseeländische Seelöwen auf Enderby Island
Neuseeländische Seelöwen auf Enderby Island

Die Aucklandinseln waren ehemaliger Verbreitungsschwerpunkt des inzwischen ausgerotteten Aucklandsägers (Mergus australis, ausgerottet 1901). Beheimatet auf den Inseln sind unter anderem auch der bedrohte Gelbaugenpinguin (Megadyptes antipodes), der Springsittich (Cyanoramphus auriceps auriceps) sowie eine Unterart des Ziegensittichs (Cyanoramphus novaezelandiae novaezelandiae). Die flugunfähige Aucklandente (Anas aucklandica) und die Aucklandralle (Lewinia muelleri) wurden durch eingeschleppte Hunde und Katzen fast ausgerottet und sind nur noch auf einigen der kleineren Inseln anzutreffen. Als gefährdet gilt auch die Aucklandscharbe, eine endemische Kormoranart dieser Inselgruppe.

Nur zwei indigene Säugetierarten kommen auf der Inselgruppe vor: Der Neuseeländische Seelöwe (Phocarctos hookeri) und der Neuseeländische Seebär (Arctocephalus forsteri).


Pflanzenwelt


Südinsel-Eisenholz
Südinsel-Eisenholz

Auf der Insel wächst vornehmlich der Südinsel-Eisenholz (Metrosideros umbellata), auch „Südlicher Rātā“ genannt.


Siehe auch




Commons: Aucklandinseln – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise


  1. Bundesamt für Kartographie und Geodäsie (Hrsg.): Liste der Staatennamen und ihrer Ableitungen im Deutschen mit Anhang: Liste der Namen ausgewählter nichtselbstständiger Gebiete. März 2012, S. 17 (20 S., Online [PDF; 288 kB; abgerufen am 25. August 2019] Veröffentlichung des Ständigen Ausschusses für Geografische Namen (StAGN)).
  2. Decision - 22COM VIII.A.1 - Inscription: New Zealand Sub-Antarctic Islands (New Zealand) Id. No: 877. UNESCO, abgerufen am 3. August 2012 (englisch).
  3. Map of the Auckland Islands. Department of Conservation, abgerufen am 25. August 2019 (englisch).
  4. Auckland Islands. Department of Conservation, abgerufen am 30. Juli 2012 (englisch).
  5. J. F. de Lisle: The Climate of the Auckland Islands, Campbell Island and Maquarie Island. In: Ecology of the Subantarctic Islands. 1964, S. 3744 (englisch, gehalten auf dem Symposium: „The ecology of the Subantarctic Islands of New Zealand“).
  6. Ken Scadden: Auckland Islands. (Nicht mehr online verfügbar.) Yellow-eyed Penguin Trust, archiviert vom Original am 8. August 2012; abgerufen am 8. August 2012 (englisch, Originalwebseite nicht mehr verfügbar).
  7. Historical Timeline of the Auckland Islands. (Nicht mehr online verfügbar.) Murihiku Expeditions - Paul Hulford, Auckland, archiviert vom Original am 23. Juli 2011; abgerufen am 31. Juli 2012 (englisch).
  8. Ken Scadden: Shipwreck sites, Auckland Islands. Te Ara - the Encyclopedia of New Zealand, abgerufen am 31. Juli 2012 (englisch).

На других языках


- [de] Aucklandinseln

[en] Auckland Islands

The Auckland Islands (Māori: Motu Maha "Many islands" or Maungahuka "Snowy mountains")[1] are an archipelago of New Zealand, lying 465 kilometres (290 mi) south of the South Island. The main Auckland Island, occupying 510 km2 (200 sq mi), is surrounded by smaller Adams Island, Enderby Island, Disappointment Island, Ewing Island, Rose Island, Dundas Island, and Green Island, with a combined area of 626 km2 (240 sq mi).[2] The islands have no permanent human inhabitants.

[es] Islas Auckland

Las islas Auckland (en inglés: Auckland Islands) (50°42′S 166°5′E) son un grupo de pequeñas islas que forman un archipiélago subantártico de Nueva Zelanda. Se encuentran a 465 km al sur de la Isla del Sur (puerto de Bluff), entre las latitudes 50°30' y 50°55' S y las longitudes 165°50' y 166°20' E. Las islas están deshabitadas. Tienen una superficie de 625 km².

[fr] Îles Auckland

Les îles Auckland (en anglais Auckland Islands, en māori Motu Maha soit « abondance d'îles » ou « îles d'abondance ») forment un archipel néo-zélandais inhabité, situé à environ 458 kilomètres au sud de Bluff, sur l'île du Sud.

[it] Isole Auckland

Le isole Auckland sono un gruppo insulare dell'Oceano Pacifico che si trova circa 500 km a sud della Nuova Zelanda, cui appartengono politicamente. Insieme alle Isole degli Antipodi, Bounty, Campbell e Snares, le Isole Auckland sono state inserite nel 1998 nell'elenco dei Patrimoni dell'umanità dell'UNESCO, col nome unitario di Isole sub-antartiche della Nuova Zelanda.

[ru] Окленд (острова)

Архипела́г О́кленд (англ. Auckland Islands) — вулканический архипелаг в Тихом океане, расположен к югу от Новой Зеландии.



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