Der Große Kellenberg ist eine 208mü.NHN hohe Erhebung im Wiehengebirge. Er ist die westlichste Erhebung auf dem Hauptkamm des bis 320m hohen Gebirges, die höher als 200m hoch ist, und die höchste im niedersächsischen Teil dieses Kamms. Die Erhebung liegt im Stadtgebiet von Melle im niedersächsischen Landkreis Osnabrück.[1]
Großer Kellenberg
Blick von den Meller Bergen nordostwärts über den Aussichtsturm Friedenshöhe (Stuckenberg; bei Buer) zum Großen Kellenberg
Blick vom Großen Kellenberg nordnordostwärts nach Büscherheide
Geographie
Lage
Der Große Kellenberg liegt im Natur- und Geopark TERRA.vita, der sich insbesondere im Wiehengebirge und im Norden des etwas weiter südlich gelegenen Teutoburger Waldes ausbreitet. Er erhebt sich im Nordosten des Stadtgebiets von Melle, deren Kernstadt 10,3km südwestlich vom Gipfel liegt.
Rund um die Erhebung befinden sich Buer (3,7km südwestlich) mit den Orten Meesdorf (2,6km westlich), Markendorf (2km südwestlich) und Löhlingdorf (2,7km südwestlich), die Ortslagen Linken (1,8km südlich) und Eggendorf (2,1km südsüdöstlich), die alle im Meller Stadtgebiet liegen, sowie Büscherheide (1,7km nordöstlich) und Barkhausen (3,1km nordwestlich) im Gemeindegebiet von Bad Essen. Außerdem gibt es an der Erhebung die Meller Bauerschaft Wildenberg (1,3km nordöstlich) und die auf dem Südwesthang befindliche Meller Ansiedlung Thörenwinkel. Jenseits der 930m südöstlich vom Gipfel verlaufenden Grenze zu Nordrhein-Westfalen liegen im Kreis Herford der Kernort der Gemeinde Rödinghausen (2,5km südöstlich) sowie im Kreis Minden-Lübbecke der Preußisch Oldendorfer Stadtteil Börninghausen (3,5km ostnordöstlich) mit der Ortslage Eininghausen (2,5km nordöstlich).
Obwohl der Große Kellenberg die höchste Erhebung im niedersächsischen Teil des Gebirgshauptkamms ist, ist er nicht die höchste der Stadt Melle; diese liegt mit dem Diedrichsberg (219m) in den Meller Bergen, einem Höhenzug südlich des Wiehengebirges. Die nächsthöhere Erhebung ist der 2,1km ostsüdöstlich befindliche Nonnenstein (Rödinghauser Berg; 237,6m), und 2km nordwestlich liegt der Kleine Kellenberg (ca.160m). Auch der 3km nördlich in der Egge, einem nördlichen Nebenhöhenzug des Wiehengebirges, gelegene Schwarze Brink (213m) ist etwas höher.
Auf dem bewaldeten Großen Kellenberg liegen Teile des Landschaftsschutzgebiets Wiehengebirge und Nördliches Osnabrücker Hügelland (CDDA-Nr.390425; 2009 ausgewiesen; 288,348km² groß).[7][1]
Naturräumliche Zuordnung
Der Große Kellenberg gehört in der naturräumlichen Haupteinheitengruppe Unteres Weserbergland (Nr.53) und in der Haupteinheit Östliches Wiehengebirge (532) zur Untereinheit Bad Essener Höhen (532.0). Die Landschaft leitet nach Norden in die Untereinheit Oldendorfer Berge (532.1) über. Nach Süden leitet sie durch das Tal des Drücke-Mühlenbachs in das Quernheimer Hügelland (531.01) über und nach Südwesten bis Westen in die Meesdorfer Höhen (531.00); beide Naturräume gehören in der Haupteinheit Ravensberger Mulde (Ravensberger Hügelland; 531) zur Untereinheit Quernheimer Hügel- und Bergland (531.0).[8]
Gewässer
Im Tal zwischen dem Großen Kellenberg und dem ostsüdöstlich liegenden Nonnenstein (237,6m) befindet sich der Grüne See, der vom Drücke-Mühlenbach durchflossen wird. Nordnordöstlich der Erhebung entspringt zwischen Wildenberg und Büscherheide der Glanebach. Obschon auf dem Hauptkamm gelegen, verläuft über den Großen Kellenberg keine markante Wasserscheide, denn sowohl der Drücke-Mühlenbach und der Glanebach münden in die Hunte, die das Wiehengebirge 1,7km westlich der Erhebung in Südsüdost-Nordnordwest-Richtung durchfließt.[1][9][10]
Großer Kellenberg mit Rundweg Nr.8 (orange Linie)
Verkehrsanbindung und Wandern
Unmittelbar östlich und südlich des Großen Kellenbergs verläuft –abschnittsweise im Tal des die Erhebung passierenden und den Grünen See durchfließenden Drücke-Mühlenbachs– zwischen der Bauerschaft Wildenberg und der Ortslage Linken in Nordnordost-Südsüdwest-Richtung die Kreisstraße203 (Kellenbergstraße). In Seenähe liegt der Wandererparkplatz Grüner See, und am See steht die an Wochenenden bewirtschaftete Seehütte.
Durch die Ansiedlung Thörenwinkel am Südhang des Großen Kellenbergs verlaufen der Wittekindsweg, der Europäische FernwanderwegE11 und der Meller Ringweg. Hier endet die 3.Etappe[11] und beginnt die 4.Etappe[12] des Wittekindsweges. Der Thörenwinkel ist auch Startpunkt des Südlichen Tourenwegs, der eine südliche Variante des Wittekindweges ist. Um die Erhebung führt der 3,13km lange Rundweg Großer Kellenberg (8).[13][14]
Hügelgräber
→ Hauptartikel: Grabhügelfeld Großer Kellenberg
Auf dem Ost- und Nordhang des Großen Kellenbergs liegen mehrere Hügelgräber.
Gemäß der geologischen Übersichtskarte des Landesamtes für Geoinformation und Landesvermessung Niedersachsen finden sich in den Schichten des oberen Juras (~ Malm) Kalkstein, Tonstein, Mergelstein, Sandstein, Gips und örtlich Eisenerz; in den Schichten des mittleren Juras (~ Dogger) Tonstein, Schluffstein und Sandstein.
Sofie Meisel-Jahn: Die naturräumlichen Einheiten auf Blatt 85 Minden (=Institut für Landeskunde, Bundesforschungsanstalt für Landeskunde und Raumordnung [Hrsg.]: Geographische Landesaufnahme 1:200 000 – Naturräumliche Gliederung Deutschlands). Bundesanstalt für Landeskunde, Remagen 1959, DNB456722270 (50S., insbes. Blatt 85, Karte 1:200 000[abgerufen am 2.Februar 2022]→ Übersicht über alle Blätter. Nummernschlüssel: 532 Östliches Wiehengebirge mit Untereinheiten 532.0 Bad Essener Höhen, 532.1 Oldendorfer Berge, 532.2 Lübbecker Eggen, 532.3 Bergkirchener Eggen).
Haupteinheitengruppen 39–57 (Östliche Mittelgebirge nebst Vorland, Niederrhein und Nordwestfalen). In: Emil Meynen, Josef Schmithüsen (Hrsg.): Handbuch der naturräumlichen Gliederung Deutschlands. 6. Lieferung. Bundesanstalt für Landeskunde und Raumforschung, Bad Godesberg 1959, DNB451803167, S.609–882.
Axel Ssymank: Neue Anforderungen im europäischen Naturschutz. Das Schutzgebietssystem NATURA 2000 und die „FFH-Richtlinie“ der EU. In: Bundesamt für Naturschutz (Hrsg.): Natur und Landschaft. Band69, Nr.9, 1994, ISSN0028-0615, S.395–406.
Sofie Meisel: Geographische Landesaufnahme: Die naturräumlichen Einheiten auf Blatt85 Minden. Bundesanstalt für Landeskunde, Bad Godesberg 1959. →Online-Karte (PDF; 4,5MB)
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